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www.bernadettehuber.at
Bar
NADETTE (www.BarNADETTE.at) - The return of desire
Die Macht des Tratsches the power of gossip. Ein Stresstest für
Steyrdorf (1)(gemeinsam
mit Christina Hinterleitner)
Ausgangspunkt:
Im Rahmen des jurierten Projektes volk:macht:demokratie
Kollektiv | Klaus Peter Schnopfhagen
des Kupf Innovationstopfes 2008 macht:demokratie
wurde nach Durchführung einzelner Teilprojekte durch das Kollektiv
Bernadette Huber (Medienkünstlerin) mit der Durchführung eines
abschließenden Kunstprojektes beauftragt.
Bernadette Huber und Christina Hinterleitner realisierten dieses vielschichtige,
auf realer sowie auf virtueller Ebene agierende Kunstprojekt.
1 Steyrdorf ist ein Stadtteil der Stadt Steyr
Beschreibung des Vorhabens
Künstlerische Intervention im öffentlichen Raum mit der fiktiven
Eröffnung eines weiteren Nightclubs (Bar NADETTE) in einem Wohnviertel,
das bereits drei traditionelle Nachtklubs beherbergt (Fabrikstraße
10, Fabrikstraße 18, Bad Gasse 2; laut www.nachrichten.at vom 6.Juli
2010 sind die beiden letztgenannten Nachtklubs im Juli 2010 in Konkurs
gegangen, ein Weiterbetrieb ist offen).
Die Vorankündigung der Bar NADETTE mittels Bewerbung per Flyer, die
Ankündigung einer Eröffnung, die Ausstattung des Clubs nach
außen hin (Kanzlei für Allerlei, Kirchengasse 1),
ein professioneller Webauftritt (www.BarNADETTE.at) sowie die Eröffnung
selbst gehören zum Projekt Bar NADETTE.
Die Wahl der Standorte
für dieses Kunstobjekt im öffentlichen Raum (Kirchengasse 1
und der virtuelle Raum www.barnadette.at) bieten eine Rezeption weit über
ein Kunstpublikum hinaus. Die Kirchengasse als Fußgängerzone
konfrontiert im Vorbeigehen die FußgängerInnen
mit einem Kunstprojekt, das nicht unbedingt als Kunst zu entschlüsseln
ist. Die Auslagen irritieren.
Das vermeintliche Drinnen
wird in Form eines professionellen Bordells nach außen in Form der
Auslagengestaltung und eines Türschildes kommuniziert. Aus dem belanglosen
Schauen auf die glatte Auslagenfläche wird Wahrnehmen, Vermuten und
Glauben.Ein Tabuthema (Ware: Liebe) wird aufgegriffen polarisieren
als künstlerisches Prinzip ist angesagt, Populismus wird geschürt.
Wird die Einrichtung eines weiteren Nachtklubs überhaupt wahrgenommen?
Wie reagieren die Menschen? Mit Gleichgültigkeit oder mit Engagement
für oder gegen eine Sache?
Die Macht des Tratsches the power of gossip soll für die Kunst
arbeiten.
Was wird in einer Demokratie geglaubt? Das was uns jemand erzählt,
was wir lesen, sehen, hören? Wann, unter welchen Umständen und
warum wird im politischen Alltag Macht und Inszenierung oft bedenkenlos
übernommen? Was tragen Tabuthemen dazu bei, und warum erhitzen sie
so manche Gemüter?
Die Macht der künstlerischen
Irritation durch Schaffung einer fiktiven Realität fordert heraus,
kann BürgerInnen zu demokratischen Mitteln (Leserbriefen, Unterschriftenlisten,
Demos, Wirtshausgesprächen usw.) greifen lassen, irritieren, provozieren,
initiieren, Gesprächsstoff werden, Empörung hervorrufen, Gegenschritte
im Stadtteil und in der Stadt erzeugen ... oder einfach auch kalt lassen.
Sie wird Spiegel einer Gesellschaft, die in den Strukturen von Demokratie,
aber auch (partei)politischer Macht funktioniert und gefangen bleibt.
Ein
Stresstest für alle, die mit diesem Kunstprojekt in Berührung
kommen für die BewohnerInnen des Stadtteils sowie für
die MitarbeiterInnen des Rathauses.
... und das alles in einem Stadtteil, der mit Abwanderung, leeren Geschäftslokalen
und angeblich hohem Ausländeranteil zu kämpfen hat, andererseits
mit Idylle, Inlokalen und bester Wohnlage punkten kann. Die Diskussion
ist eröffnet.
15.10.2010

Die Eröffnung der Bar NADETTE geschieht mit einem Eröffnungs-flashmob
(2) vor der Bar NADETTE. Eine persönliche Einladung zur Eröffnung
ergeht an ausgewählte Personen und die Presse. Eine Überwachungskamera
zeichnet den Eingangsbereich außen mit Türsteher auf Video
auf.
Der Eröffnungs-flashmob2 lädt kurzfristig per SMS, facebook
und E-Mail Menschen ein, zu einem exakten Zeitpunkt zur Bar NADETTE zu
kommen und am 4-Minuten-Tratsch-flashmob teilzunehmen. Weitere Informationen
zum Ablauf werden vor der Eröffnung vom Türsteher weitergetratscht.
Die rote Auslagengestaltung wird demontiert, der Fake, der hinter der
Eröffnung der Bar steht, lüftet sich somit.

Wegweiser mit Gehminutenangaben zu den anderen Bordellen Steyrs sowie
die Erkenntnis, dass Menschen immer glauben, was sie glauben wollen, bleiben
erstmal weiterhin bestehen. Die täglich noch immer gut besuchte Webseite
bleibt online, ein kleiner Vermerk im link Kontakt verweist
auf das Kunstprojekt Bar Nadette.
ES LEBE DER TRATSCH!
(2) flashmob
WAS IST DAS?
ein kurzer, spontaner Menschenauflauf auf öffentlichen Plätzen,
bei dem die TeilnehmerInnen kurzfristig verständigt werden und ungewöhnliche
Dinge tun ......
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"Kommentar
/ Wortspende" zum Kunstprojekt Bar NADETTE:
Wie aktuell das Projekt zum Thema "Sein und Schein, Lug und Trug",
aber auch zu Demokratie und Pressefreiheit ist, zeigen z.B. die jüngsten
durch (berechtigten) Medien-Druck und Wiener Wahl-Desaster erzwungenen
Wendehalsverrenkungen der Innenministerin in der "Causa" Komani.
Was nicht heißt, dass die Medien stets für die gute Sache kämpfen.
Sie tun, was ihre Zielgruppe sagt -- deren Denken sie zugleich allzugerne
lenken. Halten wir es daher besser mit jener Bauernweisheit, die derzeit
auf einem Fenster der imaginären Bar Nadette zu lesen ist: "Wenn
man den Hahn krähen hört, muss man nicht gleich glauben, dass
es Tag ist"!
Lucas G, Wien
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Presseberichte:
http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/art68,484716
http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/art68,488445
http://derstandard.at/1289608240504/Die-Macht-des-Tratsches
DOWNLOAD Pressebericht:
DER STANDARD - FREITAG 19.November 2010 - Kultur Seite 30
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