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"UN(b)TITELT" Ausstellungseröffnung
Ausstellungsdauer:
Sieht man einmal das Feld einer politischen Demonstration in der Kunst nicht im Thema, sondern in der Exemplarik, die dem schöpferischen Akt eingegeben ist, so lässt sich auch das Gebiet eines möglichen Widerstandes der Kunst umreißen: Es besteht in einer Ideologie der Opposition - des Widerstandes um der Moral eines Wunsches - um den Mythos der Freiheit. Da Freiheit aber keine Ware ist, die gewisse Systeme verteilen und anderen entziehen können, ist sie eine ständige Fehde mit allem was zum System wird. So kann Freiheit immer nur als Befreiung verstanden werden. In den fünf, gänzlich verschiedenen Arbeiten dieser Ausstellung und deren unterschiedlichsten Zugangs-weisen, zeigt sich jedoch ein gemeinsames Fanal: Der Künstler/die Künstlerin tritt als Einzelne/r, in der Freiheit und Würde seines/ihres isolierten Geistes der Welt gegenüber und definiert sich als Teil einer Wirklichkeit. Der ungetrübte Bezug seines/ihres Geistes zu seiner/ihrer Umwelt schafft neue persönliche Begriffe von Wirklichkeiten, welche seine/ihre Werke tragen. Es sind dies Aufforderungen zu immer neuer Definition von Welt und Mensch, und reflektieren diese Impulse aus sich heraus zum Betrachter/zur Betrachterin hin. Erich
Fröschl, 2007
Grüß
Gott Österreich! "Grüß
Gott Österreich!" ist die filmische Aufarbeitung eines Telefonmonologs,
aufgezeichnet im Jahr 1997 auf dem Anrufbeantworter von Bernadette Huber.
"Grüß Gott! Wir machen eine Umfrage von der FPÖ.
Wären Sie bereit dazu?"..... dieses Originalzitat eines Anrufers
involviert in einen längeren Monolog, konfrontiert binnen Sekunden
mit "klaren" Aussagen über Ausländer, Juden, Deutschland,
Hitler und führt in eine Reise ins Ungewisse, begleitet von Bildern
von Macht - Beifall - Krieg - Tod - Jubel - Alltag - Trauer - Menschenmassen
- Protesten. Aneinandergereihtes Found Footage Material aus polnischen
Filmen, selbstinszenierte Videoaufnahmen und ein mir zur Verfügung
gestellter selbstgedrehter Super 8 Film werden in Kurzsequenzen aneinandergereiht,
als Zitatmaterial verwendet. Störbilder, entstanden als "Abfallprodukte"
des gezeigten Materials am Computer, unterbrechen diese Kurzsequenzen
und lösen die Situationen auf. Die Bilder marschieren unaufhaltsam,
neue Bilder kommen und werden wieder aufgelöst. Die Aufnahme der
Stimme, in den Leuchtanzeigen des Aussteuerungspegels des linken und rechten
Kanals (L und R) sichtbar gemacht, begleitet den Film, erreicht Pegelspitzen,
teilt in L und R. Einzelne Sätze des aufgenommenen Monologs werden
zur visuellen Dokumentation des Gesprochenen eingeblendet. Ein Mann droht
und outet sich - und - obwohl dokumentiert am Anrufbeantworter, konnte
der Anrufer nie ausgeforscht werden. "Grüß Gott Österreich!"
- Grußworte - Bekenntnis - oder Begegnung mit einer nie aufgearbeiteten
Nazivergangenheit? "Der kleine Mann" gibt Antwort.
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