| Monika - ist ein mehrschichtiges und vermutlich länderübergreifendes Ereignis - vielleicht ein Fragment einer Geschichte - eine Geschichte im Kontext: Geschlechterrollen, Gesellschaft, Gesellschaftssystem, Gesellschaftspolitik, Rollenspiele, Sozialisation, Sexualität. Monika ist eine Frau zwischen Fiktion, Phantasie und Alltag, zwischen Wunschträumen erfüllter Sexualität und Rollenrealität, sie ist Geliebte und Spielzeug, Wegwerfglück und Funktionsgarantie. Monika ist jederzeit verfügbar, rein, offen, bereit und transportabel, anpassungsfähig, nützlich, brauchbar, einfach menschlich, einfach Frau - wie Du und ich. Made
in Hong-Kong, nicht EU-genormt, wurde Monika 1998 in Polen (Krakow) als
love doll in einem sex-shop gekauft. In Krakow begann auch das mit den
Videos (Monika I, 2 min. 52 sec., videoloop, 1999), später wurde
Monika mit der Eisenbahn, über die Strecke: Krakow (Krakau) - Oswiecim
(Auschwitz) - Kaplice - Wien (Wieden) - nach Österreich gebracht
- von Wien dann nach Steyr. Monika
I ist die filmische Dokumentation eines inszenierten Waschvorganges
in der Waschmaschine. Hauptdarstellerin ist Monika. Die Ästhetik
der sex-article - Erotik wird durch Videosequenzen aus einem privaten
Video gebrochen. Dieses erotisch-pornografische found-footage-Material,
das mir über Beantwortung eines Inserates in einem Sexmagazin freundlicherweise
zur Verfügung gestellt wurde, unterbricht in gleichbleibenden Abständen,
mit kaum wahrnehmbaren Kurzsequenzen, den Waschvorgang des lebensgroßen
Sexartikels. Ein anderer Teil der Geschichte ist Monika II. Hauptdarstellerin wieder Monika, diesmal in eindeutigen hausfraulichen Verpflichtungen unterwegs - die Geschichte einer Geliebten, deren erotische Startposition im Alltag einer Frau verloren geht.
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